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Hitze, kein Regen und die große Frage

ob ich den Vorgarten nun wässere oder nicht – genau das geht mir gerade immer wieder durch den Kopf. Der Boden meines vorderen Staudengartens ist inzwischen hart, fast schon verkrustet und extrem trocken. Wenn ich ihn berühre, merke ich sofort, wie extrem ausgetrocknet er ist. Die Pflanzen sehen auch schon etwas mitgenommen aus, manche lassen die Blätter hängen, andere haben das Blühen fast ganz eingestellt.

Und trotzdem frage ich mich: Ist es jetzt wirklich sinnvoll zu gießen?

Vor etwa zwei oder vielleicht schon drei Wochen habe ich den Vorgarten gründlich gewässert. Damals ganz bewusst, weil für die Nacht Regen angekündigt war. Ich wollte den Boden sozusagen „öffnen“, damit das Regenwasser besser einsickern kann. Auffällig war, dass es nach dem Gießen auf dem Weg zur Haustür deutlich angenehmer und kühler war. Man spürt sofort, was Wasser im Gartenklima ausmacht.

Jetzt ist die Situation wieder eine andere. Es ist trocken, und Regen ist wohl auch langfristig nicht in Sicht. Wenn ich gieße, dann natürlich am Abend, damit möglichst wenig Wasser verdunstet und die Pflanzen nicht verbrennen. Ich achte auch darauf, nicht nur oberflächlich zu wässern, sondern lieber seltener und dafür lange und durchdringend. Denn nur so gelangt das Wasser auch in tiefere Bodenschichten, wo die Wurzeln es wirklich erreichen können. Oberflächliches Gießen bringt bei solchen Bedingungen erfahrungsgemäß wenig.

Was ich außerdem weiß: Es hilft, den Boden ein wenig aufzulockern, bevor man gießt. Aber bei dem divhten Bewuchs des Staudengartens ist das nur schwer möglich. Dennoch: bei dieser harten Oberfläche läuft das Wasser schnell ab, statt einzusickern. Also ist auch die Frage, ob ich mit einem leichten Hacken noch etwas bewirken kann. Im hinteren Garten arbeite ich viel mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Das ist wirklich Gold wert, weil die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt und die Oberfläche nicht so schnell abtrocknet.

Die Fotos, die ich gemacht habe, sind inzwischen etwa vier Wochen alt. Im Vorgarten blüht aktuell nicht mehr viel. Die Rosen halten sich noch ganz gut, ebenso der Salbei und der Wasserdost. Insgesamt wirkt alles etwas ruhiger, fast schon erschöpft. Aber in solch trockenen Phasen ist das auch kein Wunder.

Den Wasserdost habe ich übrigens bewusst stehen lassen. Rein optisch ist er sicher Geschmackssache, aber ökologisch ist er einfach wertvoll. Die Insekten nehmen ihn dankbar an, und das ist für mich letztlich entscheidend. Wenn eine Pflanze sich von selbst ansiedelt und gut klarkommt, darf sie bei mir grundsätzlich bleiben. Natürlich mit Ausnahmen. 😉

Vielleicht ist genau das auch ein Teil meiner Antwort auf die Ausgangsfrage: Ich unterstütze dort mit Wasser, wo es wirklich nötig ist, aber ich versuche gleichzeitig, den Garten ein Stück weit machen zu lassen. Nicht jede Trockenphase muss sofort ausgeglichen werden. Manche Pflanzen kommen besser zurecht, als man zunächst denkt. Heute allerdings werde ich wohl noch einmal wässern. Denn die kommende Woche wird heiß und trocken. Da hat mein Garten viel zu ertragen. Das möchte ich ihm erleichtern.